Esch mega gsi!! 

«Das Feiern gehört dazu wie der Ehrgeiz»

 

Rund 2500 Teilnehmer waren am Regionalturnfest Thal-Gäu in Matzendorf dabei. In bestechender Form präsentierten sich die Turnerinnen und Turner vom TV Wolfwil. So holte sich «Woufu» in der Königsdisziplin, dem dreiteiligen Vereinswettkampf, überlegen den Festsieg.

 

Lebensfreude beim STV Hägendorf oder Eleganz beim TSV Kestenholz auf dem Kleinfeld. Akrobatik beim TV Obergösgen oder Harmonie beim TV Oberbuchsiten beim Aerobic: So liesse sich für jede der vielen Vorführungen in Matzendorf ein charakterisierendes Stichwort finden. Geschätzte 2 500 Turnerinnen und Turner kamen über das Wochenende nach Matzendorf, um am Regionalturnfest ihr Können zu beweisen.

 

Der sportliche Ehrgeiz bezog sich indes meistens nicht auf den Vergleich mit den anderen Teams, sondern auf die eigene Leistung. «Es steckt viel Aufwand und Arbeit dahinter, deshalb nehmen wir unseren Auftritt schon sehr ernst. Aber der Schlussrang ist nicht so wichtig, wir möchten einfach eine Note höher als eine Acht bekommen», sagte zum Beispiel Karin Küpfer vom TV Aeschi.

 

Dominanz der Wolfwilerinnen

 

Geschicklichkeit mit dem Ball oder den Ringen gehören zu den spielerischen Elementen, mit denen sich die Turnerinnen und Turner messen. Es gab auch starke sportliche Leistungen. In der Leichtathletik machte Andrea Fink (Welschenrohr) mit 2401 Punkten das beste Resultat. Bei den Männern war es Daniel Beer (Biberist aktiv), der mit 3731 Punkten den Mehrkampf dominierte. Bemerkenswert auch die Dominanz der Wolfwiler Geräteturnerinnen: Ramona Huwiler (K5), Sara Barrer (K6), Olivia Heer (K7) und Sarah Rauber (KD) waren jeweils in ihren Kategorien die besten.

 

«Das Feiern gehört genauso dazu wie der Ehrgeiz, eine möglichst hohe Note erreichen zu wollen», wägt OK-Präsident David Meister die beiden Hauptkomponenten eines Regionalturnfests gegeneinander ab. «Im Breitensport ist das 50:50, aber bei jedem Verein sieht das ein wenig anders aus. Einige Vereine tendieren in Richtung Leistungssport und sind deutlich ehrgeiziger als andere. Da geht es durchaus um die Talentförderung und der eine oder andere Spitzensportler hat seine Karriere in einem Turnverein unserer Region begonnen.»

Alphorn und internationale Hits

 

Tradition und Moderne sollen sich bei einem solchen Fest ebenfalls die Waage halten, findet Meister. «In Matzendorf haben wir noch richtig gute Alphornspieler und da war es für uns klar, dass die an unserem Fest auftreten sollen. Wenn man aber die Musik an den Vorführungen hört, so sind das meistens die neusten internationalen Hits, zu denen geturnt wird.»

Es heisst zwar Regionalturnfest, aber sogar vom Bodensee reisten Turnvereine ins Thal. Auf dem Campingplatz standen die Zelte dicht gedrängt, denn auch die Sportlerinnen und Sportler aus der näheren Umgebung wollten sich am Abend nicht um die Heimreise sorgen. Ab und zu rief der Platzsprecher die Turnerinnen und Turner auf, wegen der grossen Hitze genug zu trinken – obwohl an den Turnfesten erfahrungsgemäss die Aufnahme von Flüssigkeit nicht vernachlässigt wird ...

 

3000 Stunden Arbeit

 

So ging am Freitag- und Samstagabend, wenn die Partymusik spielte, jeweils das Fest intensiv ab. Das freute natürlich den OK-Präsidenten David Meister. «Die erste Bilanz ist positiv. Es gab keine Zwischenfälle und die ersten Rückmeldungen zeigen, dass die Leute begeistert waren.» Die rund 400 Helfer und 350 Kampfrichter leisteten zusammen an den drei Festtagen insgesamt etwa 3 000 Stunden Arbeit, hat David Meister ausgerechnet. Da erhoffe man sich als Organisator schon, dass am Ende ein finanzieller Zustupf für die Vereinskasse übrig bleibe. «Es ist zwar nicht der wichtigste Ansporn, aber wenn sich mein Turnverein über zwei Jahre lang anstrengt, dann hat er sich als Nebeneffekt auch eine kleine Belohnung verdient.»